Mehr als 80 führende Vertreter aus dem Online-Advertising trafen sich am 4. und 5. Oktober in München und informierten sich bei INSPIRE2012 zu den neuesten Trends und Innovationen im digitalen Marketing. Die Teilnehmer kamen auf Einladung von MediaMind und DG aus Italien, Spanien, Frankreich, England, Schweden, Deutschland und USA nach München. Sie, wurden von dem Management-Team von MediaMind und DG in dem futuristisch gebauten Tower der BWM-Welt einen Nachmittag lang inspiriert und erhielten Impulse für digitale Kampagnen der Zukunft.
Der Vortrag „Living in a Material World: The demand for technology to organically disappear“ von Dean Donaldson, Global Head of Innovation, DG MediaMind, brachte die Komplexität und die Herausforderungen des digitalen Marketings auf den Punkt: Dean Donaldson stellte den Konsumenten in den Mittelpunkt, der täglich mit den neuesten Innovationen konfrontiert wird und entscheiden muss, was davon er integriert und was nicht. Das Leben der Konsumenten wird auch technisch immer vernetzter, ob in der Freizeit, zu Hause, im Auto oder im Berufsleben. Werbetreibende Unternehmen haben unzählige Möglichkeiten, um den Konsumenten zu erreichen – aber wie erreicht sie ihn, ohne aufdringlich zu wirken? Welchen Mehrwert bietet die Werbung? Wie kann sie Inhalte liefern, die angenehm zu konsumieren sind, besonders zu Hause, wo der Konsument ein Gefühl des ‚Coming home‘ erleben und sich nicht mit Technik auseinandersetzen möchte. Künftig wird es mehr um Inhalte gehen, die leicht zu erfassen sind und sich im Leben der Konsumenten entfalten: visuell und interaktiv.
TV und Online: Lean-back oder Lean-forward?
Die Werbebranche sollte laut Dean Donaldson in vielerlei Hinsicht umdenken. Sie muss lernen, ‚mehr‘ Werte zu liefern. Und Werbetreibende sollen den Konsumenten beim Umgang mit den unterschiedlichen Medien genauer betrachten. Zum Beispiel müssen sie sich davon verabschieden, TV als Lean-back Medium anzusehen: TV ist beides, Lean-back und Lean-forward. Auch PCs, TabletPCs und Smartphones erfüllen beide Funktionen für den Konsumenten, denn die zur Verfügung stehenden Endgeräte werden dem eigenen Leben angepasst. SmartTV-Anwendungen und die Parallelnutzung von Zweitgeräten wie Smartphone und Tablets während des Fernsehens, machen aus dem Fernsehzuschauer einen aktiven Zuschauer, der erreicht werden möchte, der Engagement zeigt und den die Werbebranche intelligent an sich binden kann. Bei INSPIRE2012 wurden hierfür mehrere Beispiele gezeigt, die es bereits in den USA gibt, wie die intelligente Werbung und die dazu passende SecondScreen-Einbindung während einer Quizshow.
Big Data und die Bedeutung für die Zukunft
Die Konferenz widmete sich in einem Vortrag und einer Paneldiskussion dem großen Themenfeld „Big Data“. Die Werbewirtschaft sammelt jeden Tag große Mengen an Daten über den Konsumenten und dessen Verhalten im Netz. Mithilfe der Daten soll der Konsument künftig individuell angesprochen werden, aber viel zu oft gelingt dies nicht und der Konsument fühlt sich von der Werbung übergangen und schaltet ab. Die werbetreibende Wirtschaft sollte mit der individualisierten Ansprache nicht übertreiben, so eine Erkenntnis bei INSPIRE2012. Retargeting ist hier nur ein Beispiel für ein Verhalten der Werbewirtschaft, das von vielen Konsumenten nicht gewollt ist, mit der Folge, dass sich der Konsument auf lange Sicht von der Werbung abwendet. So stieß der Appell, sich zukünftig genau zu überlegen, welche Daten gesammelt werden sollen und wie diese einzusetzen sind, auf offene Ohren. Sowohl Alain Heureux, Präsident und CIO des IAB Europe, als auch Frédérick Winckler, CEO, JWT Paris und Präsident AACC, plädierten für einen sorgsameren Umgang mit den Daten der Konsumenten. In dem Panel „Why Data Sucks in the New World of Advertising“ diskutierten Alain Heureux, Marie Laloy, Peugeot – Citroën und Agenturvertreter Marc Panic, GroupM und Sylvain Leborgne, Havas sowie David Gosen, Nielsen, über die Handhabung und den Schutz der Konsumentendaten. 
Neue Technologien für mehr Spaß und Interaktivität
Was bringt Menschen dazu, mit Inhalten zu interagieren? Neue Technologien, die es ihnen einfach machen. Ein hervorragendes Beispiel wie die Handhabung eines Fernsehers in Zukunft aussehen kann, zeigte Olivier Lacour, VP Design bei NDS Limited. In seinem Vortrag „Interface Design and Innovation in Interactive TV: Bringing content closer to the connected consumer“ zeigte Olivier Lacour die spielerische Einfachheit der Plattform „Horizon“. Die Plattform gestattet die Ausspielung von Inhalten und Diensten über verschiedene Geräte innerhalb und außerhalb eines Nutzerhaushalts. Lars Meier, Xbox Solution Specialist, Microsoft, setzte ebenfalls auf die spielerische Einfachheit und zeigte wie mit Kinect durch Sprache und Bewegung der Konsument mit der Xbox interagiert. Die Community für die Xbox verfügt mittlerweile über 40 Millionen Mitglieder, sie zählt zu den größten Spielecommunities weltweit.
Post Production im Product Placement
Wer zukünftig ganz sicher gehen möchte, dass seine Produkte bei seiner Zielgruppe ankommen, sollte auf Post Production im Product Placement setzen. So wie bei Bannern im Internet ist es jetzt auch im TV möglich in Real Time im Fernsehprogramm Produkte zu zeigen, die passend zum Fernsehzuschauer eingeblendet werden. Möglich macht dies eine intelligente Auslieferung der Inhalte. Zudem birgt die neue Form der automatischen Inhalte- und Programmerkennung zusätzliche Möglichkeiten für die Werbung. M
ithilfe der Visual Recognition können künftig auch Inhalte auf dem Fernseher erkannt werden, die über Audio Content Recognition bislang nicht ermittelt werden konnten.
Inspiriert durch den hervorragenden Veranstaltungsort, den inhaltsreichen Vorträgen und nicht zuletzt durch die vielen internationalen Gäste fand die Konferenz INSPIRE2012 am Abend im Restaurant „TheGrill“ ihren Abschluss des ersten Tages. Am zweiten Tag stand das Oktoberfest auf dem Programm, an dem mehr als 60 Gäste teilnahmen und sich vom Münchner Oktoberfest-Flair begeistern ließen.





















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