Am 28. Mai kommt das iPad endlich auch in Deutschland auf den Markt und das ist für uns Grund genug, das Thema Flash vs. HTML5 intensiver zu beleuchten. In einem zweiteiligen Blogartikel wollen wir uns dem Thema nähern.
Die Ausgangssituation:
Flash-Inhalte können nicht auf mobilen Apple-Geräten angesehen werden und das ist ein Dilemma für die Werbeindustrie weltweit. Apple will auf den eigenen Geräten im Gegensatz zum Konkurrenten Google Android keine Flash-Inhalte, sondern treibt HTML5 als offenen Standard voran. Die meisten Rich-Media-Werbemittel werden derzeit mit Flash erstellt – aber Apples CEO Steve Jobs hat sich mit einem offenen Brief an Adobe sehr klar ausgedrückt: Flash sei proprietär, es gäbe genügend Alternativen und sowohl Sicherheit als auch Nutzerfreundlichkeit der Apple-Geräte wären bedroht. Jobs verweist auf HTML5 und den Videocodec H.264, der ressourcenschonender wäre und von den populärsten Plattformen seit geraumer Zeit bereit gestellt würde.
Adobe antwortete in Form einer Bannerkampagne, in dem Apple vorgeworfen wird die Freiheit der Kreativen und der Nutzer einzuschränken. Trotzdem stellt sich Adobe nicht gegen die Einführung von HTML5 – im Gegenteil, seit Neuestem wird eine HTML5-Extension für Dreamweaver CS5, die es Entwicklern einfacher machen soll, den neuen Standard zu nutzen. Auch Microsoft äußert sich überraschend positiv zu HTML5:
„The future of the web is HTML5. Microsoft is deeply engaged in the HTML5 process with the W3C. HTML5 will be very important in advancing rich, interactive web applications and site design.“ Dean Hachamovitch, General Manager, Internet Explorer.
Nicht zu vergessen sind aber auch die Probleme, die der mit HTML5 vorangetriebene Videocodec H.264 in ein paar Jahren auslösen könnte: Es handelt sich zwar um einen offenen Standard, aber die Lizenzen für Endgeräte-Hersteller und Produzenten, die damit arbeiten wollen, werden in der Zukunft nicht mehr kostenlos sein.
Im Videobereich haben sich die HTML5-Videos sehr schnell verbreitet, wie folgende Statistik darlegt. Mittlerweile sind 26% aller Videoinhalte in H.264 codiert – verglichen mit den 10%, die es noch im Januar waren, zeigt sich die schnelle Verbreitung des Formats. Bei anderen Quellen wird sogar von 2/3 der Webvideos gesprochen, die sich auf iPhones und iPads ansehen lassen. Plattformen wie Youtube und Co bieten schon länger Beta-Programme an, in denen Nutzer die neue Technologie testen können. Die Krux hierbei: Alle Videos, die mit Anzeigen versehen sind, werden trotzdem noch mit Flash ausgeliefert – auch das Team von Youtube hat anscheinend noch keinen Weg gefunden um die Werbeeinblendungen gleichwertig in HTML5 abzubilden. Zusätzlich wird der Vollbildmodus noch nicht unterstützt.
Der Werbemarkt steht vor dem Wandel, der im Onlinevideo-Bereich längst geschehen ist. Natürlich reicht es hier nicht, alle bisherigen Produkte vollautomatisch in ein neues Format zu konvertieren. Es werden neue Skills verlangt um auch ohne Flash Werbebotschaften interaktiv zu vermitteln. Hier zeigt sich das anfangs angesprochene Dilemma: Werbung auf mobilen Endgeräten muss sich entweder von Flash lösen oder einen großen Teil der mobilen Begleiter vernachlässigen. In einem Blogbeitrag von Jeff Whatcott von Brightcove heisst es: „Many device platforms have pledged to support Flash video, but the adoption of non-Flash devices is expected to be broad enough that many publishers are worried that they will be missing a substantial audience if they rely exclusively on a Flash-only strategy.“
Über den aktuellen Stand berichten wir im zweiten Blogartikel, der zum deutschlandweiten Verkaufsstart des iPads am 28. Mai erscheinen wird.
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