Flash vs. HTML5 – Dilemma für die Werbeindustrie? Teil 2

Flash vs HTML5

Flash vs HTML5

Die letzten Wochen haben nicht nur gezeigt, dass Apple mit dem iPad einmal wieder erfolgreich einen neuen Markt geschaffen hat, sondern dass eben diese Marktmacht auch weitreichende Folgen haben kann. Apple verkauft derzeit mehr als 200.000 iPads in der Woche, dazu kommen noch knapp 250.000 iPhones (Quelle). Und auch in Deutschland lässt der Verkaufsstart vermuten, dass Apple mit seinem iPad richtig liegt. Die ersten Schätzungen belaufen sich auf 500.000 Stück für Deutschland für das Jahr 2010 . Das iPad wird, so die Statistiker, wenige Monate nach Verkaufsstart der meistverkaufte E-Reader in Deutschland sein.

Doch diejenigen, die bereits ein iPad in den Händen halten, dürfen sich freuen. Aber sie erkennen auch an einem kleinen quadratischen Würfel, dass auf dem iPad Flash nicht abgespielt werden kann. Deshalb wird auf Seiten der Kreativagenturen fieberhaft daran gearbeitet, Flash-Funktionalitäten mit HTML5-Tools nachzubilden. Das Problem dabei ist, dass Designer und Künstler eine Kreativumgebung gewöhnt sind, in der sie sich nicht vornehmlich um den Code kümmern müssen. Die Canvas-Technologie, auf die Kreative bei der Nutzung von HTML5 zurückgreifen müssen, fokussiert stärker auf Code, somit ist ein Umdenken im Designprozess notwendig.

Fraglich ist auch, ob Funktionalitäten wie Takeovers überhaupt mit dem neuen Standard reproduziert werden können. Auch der Kritikpunkt, dass die Standardisierung von HTML5 noch nicht abgeschlossen ist und es somit noch eine Weile dauern wird, bis adäquater Support von allen Browsern geboten wird, ist nicht zu unterschätzen – viele Computer nutzen noch veraltete Versionen von Browsern, allen voran dem Internet Explorer – diese wären von den neuen Technologien vorerst ausgeschlossen.

“The browser market remains highly fragmented, and incompatibilities between browsers reign. The HTML5 timeline states that it will be at least a decade before the evolving HTML5/CSS 3 efforts are finalized, and it remains to be seen what parts will be implemented consistently across all browsers. In the meantime, the Flash platform will continue to deliver a ubiquitous, consistent platform that enables ever richer, more engaging user experiences.” Dave Story, Vice President of Developer Tools at Adobe (Quelle)

HTML5 bringt aber auch neue Möglichkeiten für Werbetreibende: Zum Beispiel können hochauflösende 3D-Renderings nun innerhalb des Browsers realisiert werden. Das ist auch der grundsätzliche Ansatz hinter HTML5 – mehr Inhalte ohne Drittanbieter-Plugins im Browser des Users zur Verfügung zu stellen.

Auch Apple setzt mit der Einführung ihrer eigenen mobilen Werbeplattform „iAds“  auf HTML5 – die Banner-Einblendungen, die in Applikationen realisiert werden sollen, bereiten Werbetreibenden aber ebenfalls Kopfzerbrechen: 40% der Einnahmen behält der Konzern für sich, zudem mehren sich Gerüchte , dass besonders zur Einführung extrem überzogene Kampagnenpreise verlangt werden würden. Auch die rigiden Genehmigungsprozesse, die Entwickler schon vom App-Store kennen, schrecken die Early Adopter ab.

Amstel iPad Ad

Amstel iPad Ad

Damit Werbetreibende nicht die mobile Werbeplattform „iAds“ nutzen müssen, arbeiten nicht nur Kreativagenturen fieberhaft an einer Lösung, sondern auch AdServer-Unternehmen. Eyeblaster hat zum Beispiel kürzlich das erste Video in HTML5 für die Brauerei Amstel aus den Niederlanden ausgeliefert. Das VideoAd kann über den Touchscreen mit zwei Fingern auf Vollformat gezoomt werden und ist auf Reuters.com zu sehen, zu finden ist es auch in der Creativezone von Eyeblaster unter folgendem Link: http://demo.eyeblaster.com/ipad/demo.html

Für den Eyeblaster Geschäftsführer in Deutschland, Christoph Benning, ist die Einführung des iPads ebenfalls eine Herausforderung: „Eyeblaster Deutschland bereitet sich mit Hochdruck für Werbung auf den iPad vor. Das erste erfolgreiche Beispiel für die Brauerei Amstel konnten unsere Kollegen bereits präsentieren, es ist also möglich, mit HTML5 gestaltet Ads und Streamings über unseren Adserver wie gewohnt auszuliefern.“

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